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Träume leben

 

...denn hier beginnt das Paradies






„Die unbefestigte Straße in das Nemaiah Valley scheint kein Ende nehmen zu wollen. Sie muss an das Ende der Welt führen, tatsächlich, denn danach beginnt das Paradies.“ Diese Aufzeichnungen aus unserem Reisetagebuch von 2011 kommen uns wieder in Erinnerung, als wir im Oktober 2019 das Tal erneut besuchen. Es hat in all den Jahren nichts von seiner landschaftlichen Schönheit verloren.

In Hanceville zweigt die Straße in das Nemiah Valley nach Süden ab. Über die Fletcher Lake Road geht es zunächst bis zur Chilcotin River Bridge. Nach der Überquerung des Flusses führt die Taseko Lake Road durch das Reservat der Yunesit'in First Nation, Stone Indian Reserve No. 1. Vereinzelt tauchen im Verlauf der Straße Ranches auf, allesamt von Angehörigen der First Nation betrieben.

Nach rund 75 Kilometern, von denen die letzten malerisch am Taseko River verlaufen, erreicht man Davidson Bridge. Hier befindet sich die gleichnamige Recreation Site mit zwei Stellplätzen für Wohnmobile. Nach dem Überqueren des Flusses führt die Nemaiah Valley Road hinein in das fruchtbare Tal.

Ab hier ist zeigen sich die Coast Mountains im Panoramablick am Horizont. Die mit 3066 Metern höchste Erhebung, der Mount Ts'yl-os (Mount Tatlow), ist in den Erzählungen der Xeni Gwet'in First Nations der Wächter des Tales. Er verändere für Eindringlinge drastisch das Wetter und schütze so seine Bewohner.

Vorbei am Big Lake und dem Abzweig zum Vedan Lake, erreicht man nach weiteren 20 Kilometern die Ansiedlung Nemaiah Valley am wunderschön gelegenen Konni Lake. Hier leben rund 100 Personen. Es gibt eine Tankstelle, ein Waschsalon und eine Poststelle. In einem kleinen Laden bei der Tankstelle können Brot und eine kleine Auswahl an Lebensmitteln gekauft werden und Internet ist in der Gemeinde kostenlos verfügbar.

Von hier aus sind es noch einmal 18 Kilometer bis zu zum Ts´yl?os Provincial Park, am südlichen Abschnitt des Chilko Lake. Die letzten vier Kilometer sind dabei für Fahrer und Fahrzeug eine Herausforderung. Nur langsam und mit vorsichtiger Fahrweise können sich hier Wohnmobile vorwärts bewegen. Tiefe Spurrillen und herabhängende Zweige verlangen Geschick und Geduld. Doch wer die Strecke hinter sich gebracht hat, den erwartet hier eine grandiose Landschaft.