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Träume leben

 

Bowron Lake Procincial Park

Sie gehört zweifelsohne zu einer der schönsten Kanutouren der Welt, die Bowron Lake Tour im gleichnamigen Provincial Park in der Cariboo Region. Bestehend aus einer Kette von zwölf Seen, verbunden durch Flüsse und Portagen, bildet der Bowron Lake Circuit ein natürliches Rechteck mit einer Länge von 116 Kilometern. Alle diejenigen, die sich auf dieses Paddelerlebnis einlassen, erwartet nicht nur eine grandiose Natur, wunderschöne Landschaften sondern auch mit etwas Glück die Sichtung von Bären, Elchen oder Weißkopfseeadlern. Garantiert ist ein einmaliges Reiseerlebnis, fernab von Internetempfang und ständiger Erreichbarkeit. Wer die Bowron Lakes paddelt, der verbindet sich zwangsläufig mit der Natur und spürt was es heißt, sich auf Wesentliches, auf Existenzielles zu konzentrieren und verlassen zu können. Ein Glücksgefühl der ganz besonderen Art das auch lange danach noch anhält.

Nach einer Einweisung in die Tour im Zentrum am Eingang des Parks, wird das Gepäck gewogen. Es darf ein bestimmtes Gewicht nicht übersteigen, um beim Transport im Kanu über die Portagen dieses nicht zu beschädigen.








Vor der erste Portage zum See, stehen die Markierungspfosten zur Orientierung. So wie sie hier gezeigt werden, stehen sie unterwegs am Ufer oder im Wasser, um den Kanuten die Hinweise auf Campgrounds, Flussverläufe oder Holzlager zu geben.

Die Ausrüstung, Verpflegung und unsere Überlegungen zur Tour

Der Bowron Lake Provincial Park liegt auf 1.000 m Höhe, eingebettet in die Berge und Hügel der Cariboo Region. Hier leben viele der in Kanada vorkommenden wilden Tiere, insbesondere Bären und Elche. Am Bowron River wandern im September die Lachse und Grizzlies und Schwarzbären kommen zum Festmahl an den Fluss. Das Wetter kann im September alles bieten.

Die Kanutour muss bei der Parkverwaltung angemeldet und eine Reservierung vorgenommen werden. In den Sommermonaten von Juni bis August ist das Kontingent der täglich startenden Kanuten oft schon Monate vorher ausgebucht. Bei unserer Tour, zum Ende der Saison, war dies nicht mehr der Fall, zumal der Park am 30.9. geschlossen wird und alle Paddler bis dahin den Park verlassen haben müssen.

Das Kanu (einem Zweier Canadier) sowie dazugehörige wasserdichte Tonnen und –säcke sowie Kocher und Geschirr lassen sich bei unterschiedlichen Anbietern direkt am Bowron Lake mieten. Wir hatten uns für die bekannte „Beckers Lodge“ entschieden, die im Internet in deutscher Sprache sehr ausführlich über ihr Angebot und die Preise informierte. Inzwischen wurde sie zum Kauf angeboten und ihre Homepage ist in Englisch gehalten.

Was die Verpflegung anbelangt, kann man natürlich Gemüse, Kartoffel, Würstchen, Fleisch, Eier, etc. im Kanu mitführen. Vom Transportgewicht her, wäre das kein Problem. Das Kanu gilt als der LKW der First Nation. Aber das Gepäck und damit auch das Essen muss über die Portagen zwischen den Seen transportiert und vor allem muss es zubereitet werden. Aus diesem Grund entschieden wir uns vorab gefriergetrocknete Outdoormahlzeiten einzukaufen. Diese Mahlzeiten wiegen kaum etwas, sind in Beuteln luftdicht verpackt und werden einfach mit heißem Wasser gemischt. Darüber hinaus deckten wir uns im Supermarkt in Williams Lake mit frischen Eiern, Wurst, Käse, Orangen, Kaffeepulver und jeder Menge „Energieriegel“ und Schokolade ein. Da das Trinkwasser aus den Seen gefiltert oder gekocht werden muss, nahmen wir einen Wasserfilter mit.

Alles was wir dabei hatten sollte wasserdicht verpackt sein. Also wurden wiederverschließbare Plastikbeutel angeschafft, Kleidung, Batterien, Taschenlampen, eben einfach alles darin verstaut. Und was ebenfalls nicht fehlen durfte war eine große Plastikplane und Seile, mit der diese über den Zeltplatz gespannt werden konnte. So wollten wir bei Regenwetter einigermaßen trocken unser Essen zubereiten können. Denn Zelt und Essen sind ein Tabu. Alles was riecht würde nicht ins Zelt dürfen, damit keine Bären angelockt werden. Selbst die beim Kochen getragene Kleidung, sollte vor dem Schlafen gewechselt und mit Zahncreme, Deo und anderen Dingen des täglichen Gebrauchs im bärensicheren Container verschlossen werden.

Das Paddeln selbst war selbst bei bewölkten Himmel, Wind und Regen ein Vergnügen. Wir waren rund einen halben Tag mit Paddeln beschäftigt, bis wir uns einen neuen Übernachtungsplatz suchten. Feuerholz für das abendliche Lagerfeuer gibt es an extra dafür vorgesehen Plätzen. Zum Ende der Saison hin muss man damit rechnen, dass die Lagestellen nahezu leer geräumt sind.